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Stundenverrechnungssatz und Angebots-Kalkulation

Der Stundenverrechnungssatz ist eine wichtige Kalkulationsgröße im Handwerk. Es ist der Preis, der dem Kunden pro Stunde in Rechnung gestellt werden kann. Der Verrechnungssatz muss kontinuierlich ermittelt werden.

Oft wird die Ansicht geäußert, der Markt bestimme den Preis und es lohne sich daher nicht, eine eigene, individuelle Kalkulationsgrundlage zu ermitteln. Der individuelle (Wunsch-)Preis und der tatsächlich am Markt erzielbare Stundenverrechnungssatz können natürlich mehr oder weniger voneinander entfernt sein. Aber nur wer weiß, ob diese beiden Preise unterschiedlich sind und wenn ja, wie hoch die Differenz ist, kann sich auf die Suche nach den Ursachen machen und diese ggf. beheben.

Wir sind Ihnen gerne behilflich, Ihren eigenen individuellen Stundenverrechnungssatz zu ermitteln und mit Ihnen ein geeignetes Schema für die Angebots-Kalkulation zu erstellen. Wir haben die Werkzeuge dazu und wir haben das Knowhow dafür.

Excel-Tool zur Berechnung des Stundensatzes

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Im Folgenden zeigen wir Ihnen an einem Beispiel, wie man einen Stundensatz in einem Handwerksbetrieb ermittelt.

Man benötigt dazu einige Daten, die wir Ihnen nachfolgend erläutern.

Anwesenheitstage im Jahr

Das Jahr hat 365 Tage. Aber nicht an allen Tagen sind die Mitarbeiter anwesend.
Folgende Positionen werden abgezogen:

  Tage Anmerkung
Samstage und Sonntage 104  
Feiertage 13  
Urlaubstage 30 je nach vertraglicher Grundlage
Fortbildung und ähnliche Fehltage 3 (Beispiel) individuell zu ermitteln
Krankenheitstage 11 (Beispiel) nach Erfahrungswerten / internen Auswertungen / die durchschnittlichen Fehltage liegen bei 4,7%, Tendenz steigend

 In der Regel erhält man Anwesenheitstage im Jahr pro Mitarbeiter von gut 200 Tagen.

Produktive Mitarbeiter – Arbeitszeit und Lohnkosten = Lohneinzelkosten pro Stunde

Die Mitarbeiter werden aufgeteilt in produktive und unproduktive Mitarbeiter. Es kann Mitarbeiter geben, die zu 100% produktiv oder zu 100% unproduktiv sind. Unproduktiv bedeutet (im Sinne des Stundenverrechnungssatzes!!!): nicht verrechenbar. Es handelt sich dabei um Zeiten für Kundenberatung, Angebots- und Rechnungserstellung, Aufräumarbeiten im Lager, Inventurzeiten, Garantieleistungen und dergleichen. Bei Azubis sind die Schultage und die überbetriebliche Unterweisung unproduktive Anteile.

Die meisten Mitarbeiter müssen in einen produktiven und einen unproduktiven Anteil aufgesplittet werden. Ein Meister arbeitet nicht zu 100% produktiv im o.a. Sinn, sondern hat zum Beispiel auch Leitungsaufgaben.

In Nebenrechnungen (die zum Teil sehr aufwendig sein können) werden ermittelt:

  • die produktive Arbeitszeit der Mitarbeiter pro Jahr,
  • die Gesamtkosten der produktiven Mitarbeiter pro Jahr.

Teilt man die Gesamtkosten durch die Arbeitszeit, erhält man die Lohneinzelkosten pro Stunde.

Diese Einzelkosten pro Stunde werden durch diverse Zuschläge ergänzt. Man muss noch „mit ins Boot holen“:

  • die Gemeinkosten
  • zukünftige Preis- und Lohnsteigerungen
  • Gewinnzuschläge und
  • mögliche Skonti und Rabatte

Gemeinkostenzuschlag

Im ersten Schritt werden alle Fixkosten des Unternehmens zusammengestellt. Basis kann das abgelaufene Geschäftsjahr sein, aber auch ein Planjahr. Die Kosten für Material und Fremdleistungen und die Einzelkosten Personal (s.o.) haben in diesem Bereich nichts zu suchen. Hier geht es um Gemeinkosten, die dem Kunden nicht einzeln in Rechnung gestellt werden können. Das sind typischerweise:

Gemeinkosten für Stundensatz-Verrechnung

  • Personal-Gemeinkosten
    • unproduktiver Anteil Mitarbeiter
    • Beiträge BG
    • sonstige Personalkosten
  • Raumkosten
  • Energiekosten
  • Betriebliche Steuern
  • Versicherungen und Beiträge
  • Fahrzeugkosten
  • Werbe- und Reisekosten
  • Reparaturen und Instandhaltung
  • Mietleasing
  • Kosten der Warenabgabe
  • sonstiger Aufwand
  • Forderungsverluste
  • Abschreibungen
  • Zinsaufwand
  • kalkulatorischer Unternehmerlohn
  • Ertragssteuern

Die Gemeinkosten p.a. werden durch die bereits zuvor ermittelte Anzahl der Stunden dividiert.

Gemeinkosten pro Jahr 1.349.700 €
Summe produktive Stunden 44.700
Gemeinkosten pro Stunde 30 €

Stundenverrechnungssatz

Die beiden Stundensätze Einzelkosten Lohn und Gemeinkosten werden addiert zu einem Stundensatz. Und dann werden noch weitere individuelle Zuschläge eingearbeitet.

Oft werden die Einzelkosten Lohn und die Gemeinkosten auf Basis der Ist-Zahlen ermittelt. Diese entstammen der Vergangenheit. Daher sollte bei größerer Inflation ein Zuschlag für zukünftige Preissteigerungen eingerechnet werden, da die Stundensätze meist für einen längeren Zeitraum verwendet werden. In der Praxis werden oft die Daten des Statistischen Bundesamts herangezogen.

Dann muss noch der individuelle Gewinnzuschlag addiert werden. Will man unter Umständen noch Skonti oder Rabatte anbieten, sollte man diese auch schon vorher mit einrechnen.

Beispiel

Einzelkosten Personal pro Stunde 24 €
+ Gemeinkosten-Zuschlag pro Stunde 30 €
= Stundensatz 54 €
+ künftige Lohn- & Preissteigerungen 2%
= Stundensatz inkl. Inflation 55 €
+ Gewinnzuschlag 10%
= Stundensatz inkl. Gewinn 61 €
+ Skonto / Rabatte 3%
= Angebots-Stundensatz (netto) 62 €

Angebotskalkulation

Die Kalkulation eines Auftrags setzt sich somit aus verschiedenen Elementen zusammen:

  1. Das Material wird separat kalkuliert mit einem entsprechenden Gewinnzuschlag.
  2. Wenn der Auftrag Fremdleistungen enthält, müssen diese mit in das Angebot – auch (wenn möglich) mit einem Gewinnzuschlag.
  3. Die kalkulierten Stunden pro Auftrag werden mit dem Angebots-Stundensatz multipliziert.

Bis hierher befindet man sich in der „Netto-Welt“. Zum Schluss wird die Umsatzsteuer mit ausgewiesen.

Beispiel

Material  
Einzelkosten 50.000€
+ Gewinnzuschlag 10%
   
Zwischensumme Material 55.000 €
   
Fremdleistungen  
Einzelkosten 12.000 €
+ Gewinnzuschlag 1%
   
 Zwischensumme Fremdleistungen 12.120 €
   
 Lohn inkl. Gemeinkostenzuschlag  
 verrechenbare Stunden Lohn 20
 Angebots-Stundensatz 62 €
   
 Zwischensumme Lohn inkl. Gemeinkostenzuschlag 1.240 €
   
 Angebotspreis netto 68.360 €
   
 Angebotspreis brutto 81.483 €
   

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